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Gas ist nicht gleich Gas Drucken E-Mail
Erdgas, Biogas, Flüssiggas, Autogas, was ist was? - Kraftstoff zum halben Benzinpreis.
Wenn von gasgetriebenen Fahrzeugen die Rede ist, dann denkt in diesen Tagen jeder an Erdgas oder Biogas. Immerhin wurde im Landkreis Lüchow-Dannneberg im Juni 2006 die erste Biogastankstelle Deutschlands eröffnet. Schon die Unterscheidung von Erdgas oder Biogas stiftet Verwirrung, auch bei Autofahrern, die Interesse finden an dieser Antriebsart.

Aber die Begriffsverwirrung geht bei Gasfahrzeugen noch weiter, denn es gibt noch andere Gasarten, die für Fahrzeuge geeignet und längst in Gebrauch sind. Gasauto, Autogas, Erdgas, Biogas, Flüssiggas - was ist was? Vor allem: Was unterscheidet sie? Gasauto ist ein zeitweilig vor allem in Italien gebräuchlicher Hinweis auf eine Gastankstelle. Denn in dem Land südlich der Alpen wurden schon in den siebziger Jahren viele Fahrzeuge auf Gasantrieb umgerüstet. Jeder Italienbesucher kennt die kleinen rasenden Schüsseln mit langen Propangasflaschen auf dem Dach. Und das ist es denn auch: Propangas. Oder Butangas. Oder eine Mischung aus beidem. Die gebräuchliche Bezeichnung dafür ist: Autogas. Als Fahrzeugantrieb ist es zur Zeit noch weit gebräuchlicher als Erdgas.

An die 1.300 Tankstellen gibt es allein in Deutschland, doppelt so viel wie für Erdgas. Und Deutschland bildet in Europa das Schlusslicht. Über 45.000 Fahrzeuge sind als Autogas-Fahrzeuge beim Kraftfahrtbundesamt bekannt. Doch viel mehr laufen vermutlich noch unter ihrem früheren Benzinantrieb in den Akten. Autogas ist ein typischer Umrüstantrieb. Serienmäßige Autogas-Fahrzeuge gibt es nur wenige. Das Umrüsten ist dagegen einfach, kostet ab 2.000 Euro. Vorsicht, wie bei Erd-/Biogasfahrzeugen gibt es Billigangebote! Die höheren Anschaffungskosten werden durch den billigeren Betrieb ausgeglichen. Denn auch Autogas ist billiger als Benzin. Es kostet etwas die Hälfte von Super. Wie bei erd-/biogasgetriebenen Fahrzeugen behält auch ein Autogas-Auto seinen Benzintank. Umgeschaltet wird entweder per Hand oder automatisch. Der Gasantrieb schont dank der höheren Oktanzahlen als bei Benzin den Motor, versichern Gaslieferanten und Autowerkstätten. Das gilt für alle Gasarten. Aber anders als beim Erdgas gibt es Autogas längst an Tankstellen.

Autogas ist Flüssiggas, dasselbe, das der Tankwagen für die häusliche Heizung in die Dörfer liefert. Flüssiggas ist ein Nebenprodukt der Erdölgewinnung oder -verarbeitung. Ebenso wenig, wie man Flüssiggas in einem auf Erdgas eingerichteten Heizungsbrenner verwenden kann, lassen sich die beiden Gasarten beim Auto austauschen. Das ist bei Erdgas und Biogas anders. Deren Energieträger ist in beiden Fällen Methan. Angereichert, lässt sich das in der Region aus einheimischen Produkten erzeugte Biogas problemlos in einem Erdgas-Serienfahrzeug verwenden, nicht aber in einem Autogasauto. Der Preis für Erdgas liegt nach ADAC-Angaben um bis zu 30 Prozent (Stand: Juni 2006) unter dem für Flüssiggas. Dafür ist das Umrüsten eines Benziners bei Autogas billiger als bei Erd-/Biogas. Und die Propangasflasche auf dem Dachgepäckträger gehört auch beim Autogas längst der Vergangenheit an.
 

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