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Unsere Grundsätze zum Bau von Passivhäusern: Drucken E-Mail
Da das Passivhausprinzip sich aus den Erfahrungen mit Niedrigenergie-, kfw 60 und 40 Häuser entwickelt hat, ist es bei diesem Haustyp unabdingbar, die schon bekannten Grundsätze noch umfangreicher in die Planung und Ausführung einfließen zu lassen. Passivhäuser stellen hohe Anforderungen an die Qualität der Gebäudehülle und der Haustechnik. Dabei ist nicht nur die Qualität der einzelnen Bauteile wichtig, deren Eigenschaften in der Planung der jeweiligen Gewerke definiert sind. Ein Passivhaus ist mehr als die Summe seiner hochwertigen Teile. Besonders ausschlaggebend für das Gelingen des Ganzen ist das Zusammenspiel von Planung, Ausführung und Bauüberwachung. Zum Beispiel muss beim Einbau eines hochwertigen Fensters in ein Passivhaus sorgfältig auf die Vermeidung von Wärmebrücken und auf einen luftdichten Anschluss geachtet werden. Falsche Materialwahl oder ein Abweichen von der planerischen Vorgabe kann unter Umständen einen Großteil der Anstrengungen beim einzelnen Bauteil wieder zunichte machen. Deshalb sind nebenstehende Grundsätze nicht nur bei der Planung, sondern erst recht bei der Ausführung zu beachten. Ganz nach dem Motto: "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser"

Integriertes Planungsteam
Das Passivhaus stellt schon in der Entwurfphase hohe Anforderungen an den Bauingenieur/Architekt. Daher arbeitet das Ingenieurbür für bau + energiekonzepte von Beginn einer Passivhausplanung an grundsätzlich im engen Verbund mit den dazugehörigen Fachingenieuren aus den Bereichen der Gebäudetechnik zusammen. Diese integrierte Planung sollte sehr frühzeitig beginnen, denn die Grundrissgestaltung und die Orientierung des Hauses hat, wie bereits erwähnt, einen wesentlichen Einfluß auf die Energie-Effizienz und mithin auf die Funktionsfähigkeit eines Passivhauses.

Guter Wärmeschutz und Kompaktheit
Alle Bauteile der Außenhülle müssen rundum sehr gut wärmegedämmt sein. Kanten, Ecken, Anschlüsse und Durchdringungen müssen besonders sorgfältig geplant werden (Wärmebrücken vermeiden, Luftdichtheit sicherstellen, etc.). Je kompakter eine Gebäudehülle bebaut ist, desto leichter und kostengünstiger lässt sich der Passivhausstandard verwirklichen.

Südorientierung und Verschattungsfreiheit
Geeignete Orientierung, Verschattungsfreiheit und ein reduzierter Anteil an Fensterrahmen sind weitere Voraussetzungen, damit der "passive" Solargewinn optimiert und zum entscheidenden Wärmelieferanten werden kann.

Superverglasung und Superfensterrahmen
Die Fenster (Verglasung einschließlich Fensterrahmen) sollen einen U-Wert von 0,80 W/(m² K) nicht überschreiten. Hierfür sind besondere Fensterrahmen mit Wärmedämmung erforderlich. Die Verglasungen haben einen g-Wert um 50% (g-Wert = Gesamtenergiedurchlassgrad), Anteil der für den Raum verfügbaren Solarenergie). Die Fenster müssen wärmebrückenfrei in die Dämmebene der Wandkonstruktion eingebaut werden.
 
Luftdichtheit des Gebäudes
Der bei weitem wichtigste Grundsatz bei der Planung und Erstellung einer luftdichten Gebäudehülle besteht in einer frühzeitigen klaren Festlegung der luftdichten Ebene. Dabei ist es unbedingt notwendig, bei der Planung schon an die baupraktische Ausführung zu denken. Die Luftdichtheitsebene ist raumseitig anzuordnen und ist zugleich die "Dampfbremsebene". Nach dem Grundsatz innen dicht und außen dämmend, aber diffusionsoffen, ist ein solcher Aufbau bauphysikalisch einwandfrei. Auch für Schallschutz und Brandschutz ist die Dichtheit bedeutsam: "Wo Luft geht, geht auch Schall". Der Grenzwert für den Luftwechsel für das Passivhaus darf deshalb bei einem Test (BlowerDoor) mit Unter- und Überdruck von 50 Pascal nicht größer als das 0,6 fache beheizte Gebäudevolumen pro Stunde sein (n50 < 0,6 1/h).

Passive Vorerwewärmung der Frischluft
Die Frischluft kann über einen Erdreich-Wärmetauscher (in der Erde verlegter Lüftungskanl) in das Haus geführt werden; selbst an kalten Wintertagen wird die Luft so bis auf eine Temperatur von über 5° C vorerwärmt. bzw. im Sommer abgekühlt. Dies ist eine sinnvolle Option, aber nicht unbedingt bei jedem Passivhaus erforderlich.
 
Wärmerückgewinnung aus der Abluft mit einem Wärmetauscher
Im Passivhaus werden mindestens 75% der Wärme aus der Abluft über einen Wärmetauscher der Frischluft wieder zugeführt. Hierfür ist ein minimaler Stromverbrauch erforderlich, der aber auch höher liegen kann. Zum Beispiel, wenn eine Nachheizung der Räume über ein elektrisches Heizregister der Lüftungsanlage erfolgen soll.
Erwärmung des Brauchwassers mit erneuerbaren Energien
Um den Energieverbrauch weiter zu senken, kann die Bereitung des Brauchwarmwassers ganz oder teilweise mit Solarkollektoren, Wärmepumpen etc. erfolgen.

Energiespargeräte für den Haushalt
Durch hocheffiziente Stromspargeräte wie Kühlschrank, E-Herd, Waschmaschine usw. kann der verbleibende Stromverbrauch deutlich gesenkt werden und wird so zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines Passivhauses.

Nutzerfreundlichkeit aller Komponenten
Alle eingesetzten Systeme müssen vom Nutzer einfach und komfortabel bedient werden können, damit die Anlagen richtig bedient werden und die Einsparung auch tatsächlich erzielt wird.

Qualitätssicherung und Zertifizierung
Die Einhaltung des Passivhausstandards setzt eine akkurate Planung und handwerkliche Ausführung voraus. Eine mehrstufige Qualitätssicherung beginnt bei uns mit der Entwurfsplanung mit der Passivhaus Vorprojektierung (PHVP), der Detailplanung mit dem Passivhaus Projektierungspaket (PHPP) und umfasst die Qualitätssicherung am Bau durch unser Team (u.a. mit der BlowerDoor)
 

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