MenuContent/Inhalt
Startseite arrow BlowerDoor arrow Warum luftdichte Konstruktionen?
Warum eine rundum luftdichte Konstruktion so wichtig ist! Drucken E-Mail
blowerdoor-nebel03.jpgWenn warme Raumluft während der Heizperiode in Ihre gedämmte Konstruktion eintritt, ist die Gefahr der Tauwasserbildung sehr groß. Bauschäden (z.B. Schimmel) können sich dann "heimlich" in Wänden, Dachflächen und Fußbodenkonstruktionen entwickeln.

Die Gebäudehülle muss aus verschiedenen Gründen luftdicht sein.

Mögliche Stellen von LuftundichtigkeitenDie weitverbreitete Meinung, dass durch Fugen in Wänden und Fenstern eine ausreichende Belütung einer Wohnung sichergestellt werden kann, ist falsch. Fugenlüftung ist bei Windstille ungenügend, weil der Luftaustausch zu gering ist, oder aber es zieht schon bei mäßigem Wind sehr unangenehm. Außerdem transportiert Luft auch Feuchtigkeit.

Warme Raumluft bei 20° C und 50% rel. Feuchte enthält etwa 7,3 g Wasserdampf pro kg Luft. Der Luftstrom durch eine 1 mm breite Fuge, der von einer Druckdifferenz von nur 2 Pa klein (geringe Windstärke) getrieben wird, transportiert rund 360 g Wasser pro Tag und Meter Fugenlänge nach außen durch das Bauteil. Im Bauteil sinkt jedoch die Temperatur bis auf Außentemperatur (z.B. 0° C) ab. Wird in der Fuge die Taupunkt-Temperatur der Luft unterschritten (10° C bei Randbedingungen nach DIN 4108),  fallen dort erhebliche Mengen an Tauwasser an, welche die Materialfeuchte der umgebenden Werkstoffe erhöhen und dort zu Schäden führen können (z.B. versteckter Schimmel, Durchnässung der Dämmung, etc.).

Die Menge Wasserdampf, die über Diffussion durch das Bauteil transportiert wird, ist demgegenüber verschwindend gering! Die Diffussion ist jedoch selbstverständlich durch einen geeigneten Aufbau der Einzelschichten zu berücksichtigen. Ein weiterer Nachteil der Fugenlüftung sind die daraus resultierenden unkontrollierten Lüftungswärmeverluste, die sogenannten Infiltrationswärmeverluste. Für ein gut luftdichtes Gebäude (n50=0,3...0,4 1/h) betragen sie lediglich etwa 1 kWh/(m²a), sie steigen mit zunehmenden Leckagen rasch an. Bei einem n50-Wert von 0,6 1/h dem Grenzwert für Passivhäuser, werden schon 3 kWh/(m²a) erreicht. Mit einem n50-Wert von 1,0 1/h kann der Heizenergiebedarf den Grenzwert für Passivhäuser von 15 kWh/(m²a) schon überschreiten.
 

© 2002-2006 www.bau-energiekonzepte.de | Valid xhtml & CSS