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Schimmel im Wohnbereich Drucken E-Mail
Von den über 100.000 Pilzarten sind etwa 100 gefährlich für den Menschen. Diese schwächen das Immunsystem, Vitamine und Mineralstoffe können aus der Nahrung nicht mehr optimal aufgenommen werden und der Organismus gerät unter Stress. Das Bundesgesundheitsministerium misst den Pilzgiften (Mykotoxinen) eine ebenso hohe Bedeutung zu wie den Pestiziden.

Schimmel

Grundsatz: Schimmelpilzbefall wird durch die Beseitigung der Entstehungsursachen nachhaltig ausgeschlossen! Mit Antischimmelmittel kann man einen Schimmelbefall nur kurzfristig bekämpfen. Es hat sich gezeigt, dass

  • alle Baustoffe den Nährboden für Schimmelkulturen bilden können.
  • Kunststoffe und Naturmaterialien gleichermaßen betroffen sind.
  • bei diffusionsoffener Bauweise die Gefahr gering ist.
  • die richtige Farb- und Putzauswahl Feuchtestaus verhindert.
  • absperrende Inhaltsstoffe Raumluftfeuchte kondensieren lassen!

Mögliche Ursachen für Schimmel können sein:

  • Wärmebrücken
  • syntheische Oberflächen mit geringer Diffusionsfähigkeit und Hygroskopizität
  • defekte Drainage Unzureichender/defekter horizontaler u. vertikaler Feuchteschutz
  • zu hohe Luftfeuchte
  • Wasserschaden
  • falsch eingebaute Dampfbremse
  • falscher Wand- Dachaufbau – nicht Beachtung der Bauphysik
  • fehlende Be- und Entlüftung
  • falsches Heizen und Lüften
  • zu geringer Abstand von Möbeln an Außenwänden
  • falsche Innendämmung
  • zu schnelle Bauzeit bei gleichzeitiger hoher Feuchtelast
  • Pflanzsubstrat
  • versteckter Schimmel ist auch in modernen Bausystemen möglich (Estriche)
  • Bauteiloberflächen haben zu geringe hygroskopische Wirkung
  • zu geringe Feuchtepufferung in Wand/Decke/Boden
  • Leckagen (Luftundichtigkeiten)
  • Deckenkonstruktionen ohne Hinterlüftung
  • feuchte Baumaterialien
  • absperrende Systeme im Innenbereich

Schimmel

Man unterscheidet prinzipiell 3 Formen des Schimmels in Wohngebäuden :

1. Materialschimmel: gefährlich, aber meist gut erkennbar und zugänglich und deshalb gut zu sanieren.

Ursachen für Materialschimmel

  • Leckagen ( Rohrundichtigkeiten, Dachleckagen usw.)
  • Bautrocknung ( Neubauestrich, Restbaufeuchte usw.)
  • mangelnde Be- und Entlüftung
  • mehrschichtige Aufbauten mit Mangel an Hygroskopizität

2. Kondensatschimmel: gefährlicher, da oftmals hinter der Tapete oder unter Bodenbelag, deshalb schlecht erkennbar, riechbar (die Nase gewöhnt sich an „Hausgerüche“). Dieser Schimmel wird er erst nach gesundheitlichen Folgen gesucht, gefunden und saniert.

Ursachen Für Kondesatschimmel :

  • rascher, innenklimatisch bedingter, Luftfeuchtenwechsel
  • rascher, außenklimatisch bedingter, Luftfeuchtenwechsel
  • Wärmebrücken auf den Raumoberflächen

wird verstärkt durch mangelnde Material - Hygroskopizität
wird verstärkt durch mangelnde Material - Feuchtenausgleichswirkung
wird verstärkt durch mangelndes Oberflächen - Diffusionsvermögen
wird verstärkt durch mangelnden Luftaustausch

3. Hausstaubschimmel: noch gefährlicher, da nicht sichtbar, wenig riechbar und somit noch schlechter erkennbar. Verdachtsmomente werden oft erst durch umweltmedizinische Untersuchungen festgestellt.

Erfahrungsgemäß sind moderne Innenräume materialbedingt im Sommer zu feucht (= Schimmelgefahr) und im Winter zu trocken (= Flugfähigkeit der Mikroorganismen).
Kontrollieren Sie regelmäßig in mehreren Raümen gleichzeitig Ihre relative Raumluffeuchte mit einem Hygrometer. Sorgen Sie daher vor allem in der Heizperiode dafür, dass sich die relative Raumluftfeuchte nur zwischen 40 bis 55 % bewegt. Lüften Sie besondere Fechtebelastungen (Duschen, Kochen etc.) sofort aus der Wohnung und achten Sie auf interne Feuchtequellen. Diese sind z.B.: 

 Feuchtequelle Feuchteabgabe pro Stunde (g/h) 
 Mensch- leichte Aktivität  30 - 40
 Trocknende Wäsche  (4,5 kg)  50 - 200
 Trocknende Wäsche, nass (4,5 kg)  100 - 500
 Zimmerblumen  5 -10
 Topfpflanzen  7 -15
 mittelgroßer Gummibaum 10 -20
 Aquarium  ca. 40

Eine Schimmelbelastung kann folgende Gesundheitsprobleme verurschen:

  • Müdigkeitssyndrom
  • Kopfschmerzen
  • Infektanfälligkeit
  • Reizung der Schleimhäute
  • Asthma
  • Allergien
 
Eine zusätzlich Belastung mit Bakterien / Hefen bzw. Verkeimungen und Candida-Pilzen ist anzutreffen bei:

  • Verwendung von Essigreiniger
  • Kühlschrank
  • Waschmaschine
  • Trinkflaschen
  • Spülkästen (WC)
  • Klimaanlagen
  • Bodenabläufe

Wir können Ihren Hausstaub- und Raumluft auf Schimmelkulturen untersuchen und unterstützen Sie auch auf Wunsch bei einer gewünschten Sanierung. Und beachten Sie, dass Schimmel im Sommer wächst und sich dann im Winter im Hausstaub absetzt. Raumlufttrockenheit plus Konvektionsheizung und statische Aufladungen erhöhen die Flugtauglichkeit der Schimmelsporen! "Kein Schimmel sichtbar" heißt nicht "Kein Schimmel vorhanden"

Sanierungsempfehlung

  • Schimmelpilze nicht mit bloßen Händen anfassen
  • Staubschutz einrichten beim Sanieren – anfeuchten – Mundschutz tragen – gut belüften 
  • Schimmelsporen nicht in die Augen gelangen lassen
  • Kleidung nach der Sanierung gut waschen
  • Gegenstände vorher schützen oder aus dem zu sanierenden Raum entfernen
  • befallene Stellen nicht mit Essig oder chlororganischem Schimmelex behandeln
  • Ursachen wie Undichtigkeiten, Feuchtequellen, nasse Wände müssen beseitigt werden
  • befallener Putz, Holz oder Tapeten müssen restlos entfernt werden
  • Behandlung der Oberflächen muss von einem Fachmann begleitet werden
  • Sanierungs - Materialien sollten einen nochmaligen Schimmelbefall verhindern
  • nach der Sanierung sollte eine Kontrollmessung durchgeführt werden
 

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